[Blu-ray] Kick-Ass
Dave Lizewski ist ein stinknormaler Teenager. Keine Freundin, keine Superkräfte, aber eine schräge Idee. Als "Kick-Ass" will er in den Straßen von New York für Recht und Gesetz kämpfen, kassiert dafür aber erst einmal ordentlich Prügel. Doch in größter Not stehen ihm auf einmal zwei neue Superhelden zur Seite: Big Daddy und Hit-Girl, die der Gangsterbande um Mafioso Frank D'Amico den Krieg erklärt haben. Gemeinsam mit ihnen darf Kick-Ass beweisen, dass er seinen Namen zu Recht trägt - wenn er nicht vorher draufgeht.
Wieder so ein Film bei dem ich merke, wie sehr ich beruflich doch eingespannt bin. "Kick-Ass" ging im Kino völlig an mir vorbei, erst ein gutes Dreivierteljahr später hat es der Film zumindest in mein Heimkino geschafft. Eigentlich schade, bedenkt man, welchen Spaß ich beim Anschauen hatte. Geschickt verknüpft Regisseur Matthew Vaughn hier die klassischen Superheldengeschichten - wie bspw. Spider-Man oder Batman - mit Humor, dem ein oder anderen fiesen Seitenhieb auf Superhelden und vor allem brachialer Gewalt. Es gefällt, wie sehr Vaughn seine Superhelden für ihren Status kämpfen lässt. Blut, Schweiß und Tränen sind die Begleiter auf dem Weg zum echten Heldenstatus. Und so empfindet der Zuschauer mehr als einmal Mitleid, wenn Dave (Aaron Johnson) bei seinen Versuchen, den Schwachen beizustehen, selbst brutal Prügel (und Schlimmeres) einstecken muss. Niemand wird als Held geboren - aber jeder kann zum Helden werden. Diese Botschaft transportiert Vaughn konsequent durch die 117 Minuten Spielzeit.
In seinen düstersten Momenten hat Vaughans Superhelden-Alptraum etwas von einer Teenager-Version der "Watchmen". Nicolas Cages von Rachegelüsten besessener Big Daddy und Chloë Moretz' Hit-Girl treiben die für das Genre so prägenden Selbstjustiz-Phantasien voller Absicht auf die Spitze. (Welt Online)
Welt Online bezeichnete den Film treffend als Teenager-Version von Alan Moores "Watchmen". So ist die explizite und brachiale Gewaltdarstellung Vaughns Mittel der Wahl, wenn es darum geht, unseren Superhelden ein Gesicht zu geben. Für den Regisseur ist es durchaus legitim, dass sich ein Held durch eine Gangsterbande mordet. Wo Spider-Man noch Netze webt, fahren Kick-Ass und seine Gefährten schwere Geschütze auf. Und so bekämpft Vaughn Feuer mit Feuer. Da fliegen Körperteile durch die Luft, zerplatzen Köpfe oder werden Bösewichte aufgeschlitzt. Dass Vaughn hierbei der zum Zeitpunkt der Aufnahmen gerade mal elfjährigen Chloë Moretz eine Schlüsselrolle einräumt, ist nur ein weiterer Tabubruch. Hier morden keine gestandenen Kämpfer, hier wütet ein kleines Mädchen. Insbesondere in diesem Kontext ist es um so erstaunlicher, dass der Film trotzdem eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten hat.
Leider verpasst Vaughn - im Gegensatz zu "Watchmen" - den Absprung. Wo "Watchmen" in anklagender Selbstkritik versinkt, feiert Vaughn seine Protagonisten als echte Superhelden. Hier krankt die Geschichte um Kick-Ass und seine Gefährten und verkommt ein wenig zu "American Pie" meets "Superhelden". Der Held besiegt die Bösen, der Held bekommt das Mädchen. In meinen Augen ist das ein wenig zu flach, um die großartigen Bilder zuvor zu einem guten Ende zu führen. Nichtsdestotrotz liefert Matthew Vaughn hier einen großartigen Film mit tollen Darstellern, einer runden (wenn auch nicht allzu tiefgründigen) Story sowie beeindruckenden Actionszenen ab. "Kick-Ass" macht unglaublich Spaß. Und gerade darum geht es bei so einem Film doch!
Ich habe mir den Film in der Blu-ray Fassung angesehen. An der HD-Version gibt es nichts zu bemängeln. Wie es sich für einen aktuellen Film gehört, werden hier ein Top-Bild und -Ton abgeliefert. Zahlreiche strahlend helle Aufnahmen sowie die Kostüme der Darsteller lassen den Streifen mitunter etwas zu grell erscheinen - ich würde jedoch soweit gehen zu behaupten, dass dies ein gewünschtes Stilmittel ist. Dazu gibt es reichlich Extras - wer möchte, kann nach dem Film noch in Making-Of, Audiokommentar oder auch einer kleinen Featurette zur Comicvorlage versinken. Während die DVD (Affiliate-Link) bereits für 14,95 Euro zu haben ist, zahlt man für die Blu-ray Disc (Affiliate-Link) leider aktuell noch gute 19 Euro. Bleibt zu hoffen, dass der Preis in kommenden Weihnachtsaktionen rasch sinkt.






November 21st, 2010 - 13:58
“Kick-Ass” macht unglaublich Spaß. Und gerade darum geht es bei so einem Film doch!
Dieser Satz trifft es ganz genau.
November 25th, 2010 - 11:01
Hab ihn im Kino gesehen und sogar den Comic gelesen. Beides fuer sehr gut befunden aber irgendwie bin ich immernoch nicht dazu gekommen, mir die BD zu goennen. Dabei gibts doch sogar recht ansprechende Editionen davon. irgendwo ist da doch der Wurm drin..
November 26th, 2010 - 14:02
Der RSS Feed deiner Seite funktioniert nicht bei RockMelt…
Gruß,
Joshua
November 26th, 2010 - 21:13
Liegt an RockMelt.
Dezember 8th, 2010 - 22:20
Kenne zwar die Comics nicht, den Film fand ich aber mal eine gelungene Abwechslung. Fand den sehr gut.
Dezember 21st, 2010 - 19:35
Cooler Film.