Guten Rutsch & ein frohes neues Jahr 2011
Da ist es schon wieder vorbei. Man könnte meinen, das Jahr habe gerade erst begonnen und nun ist schon wieder Silvester. Zumindest an mir sind die Monate einfach nur so vorbeigeflogen. Das hat man wohl auch hier im Blog gemerkt, da waren immer wieder einige lange Durststrecken zwischen den einzelnen Beiträgen. Diesbezüglich gelobe ich ein wenig Besserung. Auch das Kino möchte ich im neuen Jahr wieder deutlich öfters besuchen. Ich hoffe, das funktioniert auch so, wie ich es plane. Nun ja, wir werden sehen.
Ich danke Euch allen für die zahlreichen Kommentare und die Beteiligungen an diesem Blog! Das Schreiben macht um so mehr Spaß, je mehr Feedback kommt. Fast 8.000 Seitenaufrufe innerhalb eines halben Jahres und gut 400 Kommentare zeigen, dass zumindest ein wenig Interesse an dem besteht, was ich hier so schreibe. Beliebtester Beitrag war übrigens dieser hier, dicht gefolgt von diesem hier.
Mir bleibt nun nicht mehr, als Euch allen eine tolle Silvesterparty, einen guten Rutsch und natürlich ein frohes neues Jahr 2011 zu wünschen! Feiert schön! Ich freue mich, auch im neuen Jahr von Euch zu hören!
Vielen Dank für das Foto an Christian Bramkamp von airshow-reportagen.de!
Kurzreview 1
Für ausführliche Filmkritiken fehlt mir derzeit die Zeit. Anbei findet Ihr daher ein paar kurze Worte zu den Filmen, die ich mir in den letzten Tagen so angesehen habe. Die "großen" Filme erhalten natürlich nach wie vor auch eine eigene Kritik.
Elektra - Die von einem Martial-Arts-Spezialisten ausgebildete Profikillerin Elektra will gerade den Job an den Nagel hängen, als man ihr zwei Millionen Dollar für einen letzten Auftrag anbietet. Doch als sie ausgerechnet die kleine Abby und ihren Vater Mark töten soll, hält irgend etwas sie zurück. Mehr noch, sie rettet ihnen sogar das Leben, als Schergen des mysteriösen Geheimbunds "The Hand" die beiden ins Jenseits befördern wollen. Da stellt sich heraus, dass Abby ein mächtiges Geheimnis in sich trägt...
Klar, ich habe hier keine ausgefeilte Comic-Verfilmung, wie bspw. Batman oder Iron-Man, erwartet. Aber irgendwie doch darauf gehofft, zumindest anständige und kurzweilige Actionkost vorgesetzt zu bekommen. "Elektra" ist leider nichts weiter als ein Mix aus undurchsichtiger Story und langweiliger Kampfszenen. Offenbar hat man das Budget des Streifens ausschließlich in die diversen (schlechten und hanebüchenen) Special-Effects gesteckt. Einziger Lichtblick ist Jennifer Garner in ihrem sexy Outfit. Das war's dann aber leider auch schon. Den Film kann man sich getrost schenken.
Armored - Eine Gruppe von Kollegen einer auf Geldtransporte spezialisierten Sicherheitsfirma riskieren ihr Leben, als sie den ultimativen Raubüberfall starten - auf die eigene Firma. Mit einem scheinbar todsicheren Plan hoffen die Männer auf millionenschwere Beute, ohne dabei jemanden verletzen zu wollen. Doch als ein unerwarteter Zeuge auftaucht, eskaliert die Situation und alle Pläne platzen...
An den Streifen ging ich völlig ahnungslos heran - und wurde positiv überrascht. Der Film ist ein spannender Action-Thriller. Die Handlung fesselt den Zuschauer an den Bildschirm, die Darsteller sind überzeugend. Auch wenn die Story vielleicht nicht unbedingt genial ist, so ist sie handwerklich auf jeden Fall gelungen. Persönlich fehlte mir der große Knall zum Ende hin, da war dann doch zu schnell die Luft raus. Einschalten kann man trotzdem, kurzweilige Unterhaltung ist auf jeden Fall garantiert.
Far Cry - Ex-Elite-Soldat Jack Carver führt ein beschauliches Leben als Bootsführer für Touristen an der US-Westküste. Damit ist es jedoch vorbei, als die attraktive Journalistin Valerie auftaucht und ihn bittet, sie zu einer Militärinsel zu bringen. Auf der Insel herrscht der zwielichtige Dr. Krieger, der für das Militär geheime Gen-Experimente durchführt und eine monströse Kampfeinheit geschaffen hat. Jack muss ihn stoppen und Valerie retten, notfalls im Alleingang gegen eine ganze Armee...
Wieder mal ein Film von Uwe Boll... Wieder mal Mist... Es ist kaum in Worte zu fassen, wie schlecht dieser Streifen ist. Die Handlung ist öde, die Darsteller - inkl. Til Schweiger - grottenschlecht und die Action sowie die paar harmlosen Gore-Szenen allenfalls drittklassig. Keine Ahnung, warum ich mir diesen Film überhaupt angetan habe. Macht einen weiten Bogen um den Streifen. Ihr werdet nur enttäuscht.
Couchhero wünscht frohe Weihnachten
Ich wünsche allen Lesern ein frohes Weihnachtsfest, ein paar schöne Feiertage und natürlich auch viele Geschenke! Genießt die Weihnachtszeit!
Blu-ray Discs, PlayStation 3 Spiele…
Ich bin gerade damit beschäftigt, meine Filme und Spiele mal wieder anständig zu erfassen. Dabei unterstützt mich das schöne Programm Delicious Library. Über meine Webcam scanne ich die EAN-Codes der Filme und Spiele ein, die zugehörigen Infos ruft das Programm dann direkt von Amazon ab. Funktioniert ausgezeichnet. Und als kleine Spielerei kann man seine Bibliothek dann sogar exportieren und online veröffentlichen. Klickt doch mal rein...
[DVD] The Pacific
Vor gut zehn Jahren erschien HBOs Mini-Serie "Band of Brothers". Unter der fachkundigen Regie von Steven Spielberg und Tom Hanks - die nur zwei Jahre zuvor mit "Der Soldat James Ryan" das Kriegsfilm-Genre neu definierten - erzählt "Band of Brothers" die Geschichte der Easy Company, einer Einheit von Fallschirmjägern der 101st Airborne Division. In zehn Teilen begleitet der Zuschauer die Soldaten von der Landung in der Normandie über die Niederlande bis hinunter nach Berchtesgaden im Kampf gegen die deutsche Wehrmacht. Grundlage der Serie waren die Berichte von Stephen E. Ambrose sowie die Erzählungen Überlebender der Einheit, die auch in jedem Teil der Serie zu Beginn ein paar Worte zu der damaligen Situation verlieren.
Mit "The Pacific" widmen sich Spielberg und Hanks nun erneut dem Zweiten Weltkrieg. Dieses Mal jedoch einem weitaus unbekannteren Schlachtfeld. Während in Europa zahlreiche Nationen gemeinsam in den Krieg gegen Hitler zogen, kämpften die USA zeitgleich an einer zweiten Front. Nach dem Kriegseintritt Japans auf Seiten Deutschlands und dem verheerenden Angriff auf Pearl Harbor durch japanische Bomber kämpften die USA gegen die japanischen Streitkräfte um die Herrschaft im pazifischen Raum. Schauplatz des Krieges waren dabei die zahlreichen kleinen - zum Teil winzigen - Solomon Inseln, östlich von Papua Neu Guinea. Als potentielle Landepunkte für Luftstreitkräfte waren die Inseln von strategischer Bedeutung. Grundlage der Handlungen sind erneut die Memoiren von Kriegsveteranen. Die Bücher „With the Old Breed: At Peleliu and Okinawa“ von Eugene Sledge und „Helmet for My Pillow“ von Robert Leckie sind Grundlage für die Serie.
"Little did we know that Hell was an ocean away..." In "The Pacific" begleitet der Zuschauer die erste, fünfte und siebte Kompanie des US Marine Corps, die den Auftrag haben, die japanischen Streitkräfte vernichtend zu schlagen oder zumindest von den Insel zu vertreiben. Dabei kämpfen sich die Soldaten in aufreibenden und unglaublich grausamen Schlachten von Guadalcanal über Cape Gloucester und Peleliu bis hin nach Iwo Jima. Wie schon in "Band of Brothers" liegt der Fokus dabei auf einigen wenigen Charakteren - hier insbesondere Private First Class Eugene Sledge, Gunnery Sergeant John Basilone und Private First Class Robert Leckie - und ihren Beziehungen zueinander. Ihre Erlebnisse, Erfahrungen und Entwicklungen verfolgt der Zuschauer durch alle zehn Teile der Serie hinweg. Erneut verfolgt man, wie sich ahnungslose und blutjunge Erwachsene mit dem Schrecken des Krieges auseinandersetzen und für einander einstehen müssen. Wie schon in "Band of Brothers" geraten dabei soziale und kulturelle Unterschiede zur Nebensache. Es zählt nur noch der Kamerad im Schützengraben nebenan. Erschütternd ist dabei insbesondere der Gegensatz aus paradiesischer Inselidylle und gnadenloser Brutalität - sowohl auf japanischer wie auch amerikanischer Seite. Wähnt man sich eben noch im Paradies auf Erden, so tun sich im nächsten Augenblick die tiefsten Abgründe der Hölle auf.
Den Machern ist es gelungen, auf dem schmalen Grad zwischen der Darstellung unglaublicher Gewalt und dem Bewahren menschlicher Ideale zu wandeln. So ist man zwar immer wieder Zeuge brutaler Gewalttaten, verfolgt aber auch immer wieder, wie Soldaten an dem Erlebten zerbrechen, von Selbstzweifeln geplagt werden oder an der Gesamtsituation verzweifeln. Der Zuschauer beginnt zu verstehen, was hier tatsächlich von den gerade mal volljährigen (freiwilligen!) Marines erwartet wurde, die völlig unvorbereitet absolutes Grauen nicht nur erleben sondern oftmals auch selbst anrichten müssen. So wechseln die Protagonisten ständig zwischen gut und böse, richtig und falsch - teilweise ohne zu erkennen, warum sie diesen oder jenen Schritt eigentlich gehen.
Es ist nicht leicht, "The Pacific" zu folgen. Die Macher haben hier weniger eine Serie als vielmehr einen zehnteiligen Film abgedreht. Während sich "Band of Brothers" in den einzelnen Folgen primär einzelnen Charakteren widmete und in sich abgeschlossene Episoden zeigte, zeigt "The Pacific" zusammenhängende Folgen, die jeweils wichtig für die weitere Entwicklung der Protagonisten sind. Konsequent erzählen die Macher, wie die einzelnen Soldaten den Krieg erleben, wie es ihren Familien in der fernen Heimat ergeht und wie man nach Kriegsende wieder zueinander findet. Sehr gelungen ist das Ende der gut zehnstündigen Serie: Während man echte Fotos der jeweiligen Protagonisten sieht, erzählen Texttafeln, wie es den einzelnen Soldaten nach ihrer Rückkehr in die Heimat ergangen ist und was aus ihnen wurde. Am liebsten möchte man die fast zehn Stunden am Stück sehen. Was "Band of Brothers" für den Krieg in Europa war, ist "The Pacific" für den Krieg im gleichnamigen Ozean: Ein filmisches Denkmal.
Die DVDs (Affiliate-Link) kommen in einer Metallbox, ähnlich der "Band of Brothers"-Serie. Üblicherweise kommen mir nur noch HD-Filme ins Haus, für "The Pacific" habe ich eine Ausnahme gemacht - ich wurde nicht enttäuscht. Die DVD bieten eine hervorragende Schärfe und ein sauberes Bild. Insbesondere die Naturaufnahmen sind ein Augenschmaus. Auch der Ton weiß zu überzeugen, die Schlachten lassen nicht nur den Subwoofer ordentlich schwitzen. Wer auf Bonusmaterial steht, wird ebenfalls gut bedient. So bietet die DVD-Fassung Details über das wahre Leben der einzelnen Protagonisten, ein 30-minütiges Making-of sowie Informationen zu den historischen und kulturellen Hintergründen des Pazifikkrieges.
Erneut hat HBO bewiesen, dass man ein gutes Händchen für herausragend produzierte Serien hat und große Geschichten nicht zwingend im Kino erzählt werden müssen. Wer "Band of Brothers" mochte, wird auch mit "The Pacific" seine Freude haben. Ich kann die zehnteilige Mini-Serie uneingeschränkt empfehlen.













