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5Dez/107

[DVD] The Pacific

The Pacific - Hell was an ocean away

The Pacific - Hell was an ocean away

Vor gut zehn Jahren erschien HBOs Mini-Serie "Band of Brothers". Unter der fachkundigen Regie von Steven Spielberg und Tom Hanks - die nur zwei Jahre zuvor mit "Der Soldat James Ryan" das Kriegsfilm-Genre neu definierten - erzählt "Band of Brothers" die Geschichte der Easy Company, einer Einheit von Fallschirmjägern der 101st Airborne Division. In zehn Teilen begleitet der Zuschauer die Soldaten von der Landung in der Normandie über die Niederlande bis hinunter nach Berchtesgaden im Kampf gegen die deutsche Wehrmacht. Grundlage der Serie waren die Berichte von Stephen E. Ambrose sowie die Erzählungen Überlebender der Einheit, die auch in jedem Teil der Serie zu Beginn ein paar Worte zu der damaligen Situation verlieren.

Mit "The Pacific" widmen sich Spielberg und Hanks nun erneut dem Zweiten Weltkrieg. Dieses Mal jedoch einem weitaus unbekannteren Schlachtfeld. Während in Europa zahlreiche Nationen gemeinsam in den Krieg gegen Hitler zogen, kämpften die USA zeitgleich an einer zweiten Front. Nach dem Kriegseintritt Japans auf Seiten Deutschlands und dem verheerenden Angriff auf Pearl Harbor durch japanische Bomber kämpften die USA gegen die japanischen Streitkräfte um die Herrschaft im pazifischen Raum. Schauplatz des Krieges waren dabei die zahlreichen kleinen - zum Teil winzigen - Solomon Inseln, östlich von Papua Neu Guinea. Als potentielle Landepunkte für Luftstreitkräfte waren die Inseln von strategischer Bedeutung. Grundlage der Handlungen sind erneut die Memoiren von Kriegsveteranen. Die Bücher „With the Old Breed: At Peleliu and Okinawa“ von Eugene Sledge und „Helmet for My Pillow“ von Robert Leckie sind Grundlage für die Serie.

The Pacific - Hell was an ocean away

The Pacific - Hell was an ocean away

"Little did we know that Hell was an ocean away..." In "The Pacific" begleitet der Zuschauer die erste, fünfte und siebte Kompanie des US Marine Corps, die den Auftrag haben, die japanischen Streitkräfte vernichtend zu schlagen oder zumindest von den Insel zu vertreiben. Dabei kämpfen sich die Soldaten in aufreibenden und unglaublich grausamen Schlachten von Guadalcanal über Cape Gloucester und Peleliu bis hin nach Iwo Jima. Wie schon in "Band of Brothers" liegt der Fokus dabei auf einigen wenigen Charakteren - hier insbesondere Private First Class Eugene Sledge, Gunnery Sergeant John Basilone und Private First Class Robert Leckie - und ihren Beziehungen zueinander. Ihre Erlebnisse, Erfahrungen und Entwicklungen verfolgt der Zuschauer durch alle zehn Teile der Serie hinweg. Erneut verfolgt man, wie sich ahnungslose und blutjunge Erwachsene mit dem Schrecken des Krieges auseinandersetzen und für einander einstehen müssen. Wie schon in "Band of Brothers" geraten dabei soziale und kulturelle Unterschiede zur Nebensache. Es zählt nur noch der Kamerad im Schützengraben nebenan. Erschütternd ist dabei insbesondere der Gegensatz aus paradiesischer Inselidylle und gnadenloser Brutalität - sowohl auf japanischer wie auch amerikanischer Seite. Wähnt man sich eben noch im Paradies auf Erden, so tun sich im nächsten Augenblick die tiefsten Abgründe der Hölle auf.

The Pacific - Hell was an ocean away

The Pacific - Hell was an ocean away

Den Machern ist es gelungen, auf dem schmalen Grad zwischen der Darstellung unglaublicher Gewalt und dem Bewahren menschlicher Ideale zu wandeln. So ist man zwar immer wieder Zeuge brutaler Gewalttaten, verfolgt aber auch immer wieder, wie Soldaten an dem Erlebten zerbrechen, von Selbstzweifeln geplagt werden oder an der Gesamtsituation verzweifeln. Der Zuschauer beginnt zu verstehen, was hier tatsächlich von den gerade mal volljährigen (freiwilligen!) Marines erwartet wurde, die völlig unvorbereitet absolutes Grauen nicht nur erleben sondern oftmals auch selbst anrichten müssen. So wechseln die Protagonisten ständig zwischen gut und böse, richtig und falsch - teilweise ohne zu erkennen, warum sie diesen oder jenen Schritt eigentlich gehen.

Es ist nicht leicht, "The Pacific" zu folgen. Die Macher haben hier weniger eine Serie als vielmehr einen zehnteiligen Film abgedreht. Während sich "Band of Brothers" in den einzelnen Folgen primär einzelnen Charakteren widmete und in sich abgeschlossene Episoden zeigte, zeigt "The Pacific" zusammenhängende Folgen, die jeweils wichtig für die weitere Entwicklung der Protagonisten sind. Konsequent erzählen die Macher, wie die einzelnen Soldaten den Krieg erleben, wie es ihren Familien in der fernen Heimat ergeht und wie man nach Kriegsende wieder zueinander findet. Sehr gelungen ist das Ende der gut zehnstündigen Serie: Während man echte Fotos der jeweiligen Protagonisten sieht, erzählen Texttafeln, wie es den einzelnen Soldaten nach ihrer Rückkehr in die Heimat ergangen ist und was aus ihnen wurde. Am liebsten möchte man die fast zehn Stunden am Stück sehen. Was "Band of Brothers" für den Krieg in Europa war, ist "The Pacific" für den Krieg im gleichnamigen Ozean: Ein filmisches Denkmal.

The Pacific - Hell was an ocean away

The Pacific - Hell was an ocean away

Die DVDs (Affiliate-Link) kommen in einer Metallbox, ähnlich der "Band of Brothers"-Serie. Üblicherweise kommen mir nur noch HD-Filme ins Haus, für "The Pacific" habe ich eine Ausnahme gemacht - ich wurde nicht enttäuscht. Die DVD bieten eine hervorragende Schärfe und ein sauberes Bild. Insbesondere die Naturaufnahmen sind ein Augenschmaus. Auch der Ton weiß zu überzeugen, die Schlachten lassen nicht nur den Subwoofer ordentlich schwitzen. Wer auf Bonusmaterial steht, wird ebenfalls gut bedient. So bietet die DVD-Fassung Details über das wahre Leben der einzelnen Protagonisten, ein 30-minütiges Making-of sowie Informationen zu den historischen und kulturellen Hintergründen des Pazifikkrieges.

Erneut hat HBO bewiesen, dass man ein gutes Händchen für herausragend produzierte Serien hat und große Geschichten nicht zwingend im Kino erzählt werden müssen. Wer "Band of Brothers" mochte, wird auch mit "The Pacific" seine Freude haben. Ich kann die zehnteilige Mini-Serie uneingeschränkt empfehlen.

Kommentare (7) Trackbacks (0)
  1. Ich liebe diese Reihe genau so wie ich Band of Brothers liebte und ich glaub ich muss ihr auch einen Post widmen.

  2. Na, dann hau mal ordentlich in die Tasten. Ich lese ja sowieso gerne bei Dir mit! :)

  3. Es ist nicht leicht, “The Pacific” zu folgen. Die Macher haben hier weniger eine Serie als vielmehr einen zehnteiligen Film abgedreht.

    Das ist wohl der entscheidende Punkt, der mich weiterhin mehr zu “Band of Brothers” zieht. Nachdem man dort die Serie 1-2 mal komplett gesehen hat, kann man sich auch mal einzelne Folgen ansehen. Das “durcheinander” in “The Pacific” macht dies überaus schwer.

    “The Pacific” ist dennoch eine überaus gut produzierte Miniserie, die einem auch mal die weniger bekannten Kriegsschauplätze des zweiten Weltkrieges näher bringt.

  4. Mhhh da faellt mir ein, dass ich BoB ja immernoch nicht zu Ende geschaut habe.. Wird wohl wieder ein Wochenende auf dem Sofa… :D

  5. Dann wird’s aber Zeit, moep0r. Muss man doch gesehen haben! :)

  6. Muss ich mit noch unbedingt reintun, am besten auf Blu-ray. :X

  7. Aber wirklich. Jetzt! Sofort! :)


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