Ab in die Cloud: Amazon Cloud Drive
Von mir gibt es aktuell ja nicht allzu viel zu hören. Aktuell haben einfach ein paar andere Themen Priorität. Heute ist jedoch ein spannender neuer Webservice gestartet, den ich Euch gerne vorstellen möchte: Amazon Cloud Drive
Amazon ist ja bereits seit geraumer Zeit eine feste Größe in der Bereitstellung von Onlinespeicherplatz. So läuft bspw. das Dropbox-Angebot (Referral-Link) auf dem S3-Storage des Unternehmens. Bisher war Speicherplatz dort allerdings recht teuer und auch nicht zwingend für jedermann ein Thema. Seit heute hat sich Amazon jedoch der Öffentlichkeit geöffnet und bietet uns etwas ganz feines. Jeder Amazon-Kunde - und das dürfte so ziemlich jeder Internet-Nutzer sein - erhält kostenlos 5 GB Speicherplatz in der Amazon-Cloud. So weit ist das noch nichts besonderes, gratis Speicherplatz im Netz erhält man an vielen Ecken. Neu ist jedoch der Musik-Player, den Amazon in sein Angebot integriert hat. Kauft Ihr MP3s bei Amazon, so könnt Ihr diese direkt in der Cloud speichern - übrigens ohne Euren eigentlichen Speicherplatz dort zu belegen. Gekaufte Songs gehen extra! Mit dem integrierten Musik-Player könnt Ihr Eure Songs dann jederzeit von überall streamen. Egal, ob mit dem Smartphone oder an einem fremden Rechner. Wichtig ist nur die Onlineverbindung. In die Amazon-Cloud loggt Ihr Euch einfach mit Euren Anmeldedaten von AmazonDE ein. Diese funktionieren auch in den USA.
Einziger Wermutstropfen: Bisher ist das Musik-Streaming-Angebot nur für US-Kunden direkt verfügbar. Bei AmazonDE gekaufte Songs landen (noch) nicht in der Cloud. Diese müsst Ihr nach dem Kauf manuell hochladen - wie auch bspw. Songs aus iTunes. Amazon stellt hierfür übrigens schon ein passendes Tool zur Verfügung.
Die Smartphone-Unterstützung hält sich bisher noch in Grenzen. Android wird bereits supported, für iPhone (und auch iPad) gibt es bisher noch keine App. Dies dürfte allerdings nur eine Frage der Zeit sein.
Mit dem "Cloud Drive" hat Amazon mal ebenso die Pläne von Apple für einen Musik-Streaming-Dienst und iTunes-Cloud-Speicherplatz im Vorbeigehen überholt. Es bleibt gespannt abzuwarten, wie der Konzern aus Cupertino auf diese Herausforderung reagiert. Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft. Sehr löblich ist in jedem Fall die erkennbare Tendenz der verschiedenen Musik-Studios, sich nicht länger derartigen Angeboten verweigern zu wollen. Daran sind diverse Ideen ja zuletzt immer wieder gescheitert.
Update: So schnell kann's gehen. Offenbar sieht Amazon den Cloud-Dienst als ein Art Online-Festplatte an und hat die Lizenzfrage bei online abspielbarer Musik recht großzügig ausgelegt. Die Musikindustrie sieht das erfahrungsgemäß völlig anders und reagiert mit dem ihr eigenen Beissreflex. Heise berichtet dazu bereits ausführlich. Man darf gespannt sein, wie die Geschichte ausgeht. Amazon ist für die Musikindustrie nicht gerade ein leichter Gegner...




