Couchhero
28Dez/100

Kurzreview 1

Für ausführliche Filmkritiken fehlt mir derzeit die Zeit. Anbei findet Ihr daher ein paar kurze Worte zu den Filmen, die ich mir in den letzten Tagen so angesehen habe. Die "großen" Filme erhalten natürlich nach wie vor auch eine eigene Kritik.

Elektra

Elektra

Elektra - Die von einem Martial-Arts-Spezialisten ausgebildete Profikillerin Elektra will gerade den Job an den Nagel hängen, als man ihr zwei Millionen Dollar für einen letzten Auftrag anbietet. Doch als sie ausgerechnet die kleine Abby und ihren Vater Mark töten soll, hält irgend etwas sie zurück. Mehr noch, sie rettet ihnen sogar das Leben, als Schergen des mysteriösen Geheimbunds "The Hand" die beiden ins Jenseits befördern wollen. Da stellt sich heraus, dass Abby ein mächtiges Geheimnis in sich trägt...

Klar, ich habe hier keine ausgefeilte Comic-Verfilmung, wie bspw. Batman oder Iron-Man, erwartet. Aber irgendwie doch darauf gehofft, zumindest anständige und kurzweilige Actionkost vorgesetzt zu bekommen. "Elektra" ist leider nichts weiter als ein Mix aus undurchsichtiger Story und langweiliger Kampfszenen. Offenbar hat man das Budget des Streifens ausschließlich in die diversen (schlechten und hanebüchenen) Special-Effects gesteckt. Einziger Lichtblick ist Jennifer Garner in ihrem sexy Outfit. Das war's dann aber leider auch schon. Den Film kann man sich getrost schenken.

Armored

Armored

Armored - Eine Gruppe von Kollegen einer auf Geldtransporte spezialisierten Sicherheitsfirma riskieren ihr Leben, als sie den ultimativen Raubüberfall starten - auf die eigene Firma. Mit einem scheinbar todsicheren Plan hoffen die Männer auf millionenschwere Beute, ohne dabei jemanden verletzen zu wollen. Doch als ein unerwarteter Zeuge auftaucht, eskaliert die Situation und alle Pläne platzen...

An den Streifen ging ich völlig ahnungslos heran - und wurde positiv überrascht. Der Film ist ein spannender Action-Thriller. Die Handlung fesselt den Zuschauer an den Bildschirm, die Darsteller sind überzeugend. Auch wenn die Story vielleicht nicht unbedingt genial ist, so ist sie handwerklich auf jeden Fall gelungen. Persönlich fehlte mir der große Knall zum Ende hin, da war dann doch zu schnell die Luft raus. Einschalten kann man trotzdem, kurzweilige Unterhaltung ist auf jeden Fall garantiert.

Far Cry

Far Cry

Far Cry - Ex-Elite-Soldat Jack Carver führt ein beschauliches Leben als Bootsführer für Touristen an der US-Westküste. Damit ist es jedoch vorbei, als die attraktive Journalistin Valerie auftaucht und ihn bittet, sie zu einer Militärinsel zu bringen. Auf der Insel herrscht der zwielichtige Dr. Krieger, der für das Militär geheime Gen-Experimente durchführt und eine monströse Kampfeinheit geschaffen hat. Jack muss ihn stoppen und Valerie retten, notfalls im Alleingang gegen eine ganze Armee...

Wieder mal ein Film von Uwe Boll... Wieder mal Mist... Es ist kaum in Worte zu fassen, wie schlecht dieser Streifen ist. Die Handlung ist öde, die Darsteller - inkl. Til Schweiger - grottenschlecht und die Action sowie die paar harmlosen Gore-Szenen allenfalls drittklassig. Keine Ahnung, warum ich mir diesen Film überhaupt angetan habe. Macht einen weiten Bogen um den Streifen. Ihr werdet nur enttäuscht.

21Nov/106

[Blu-ray] Kick-Ass

Kick-Ass

Kick-Ass

Dave Lizewski ist ein stinknormaler Teenager. Keine Freundin, keine Superkräfte, aber eine schräge Idee. Als "Kick-Ass" will er in den Straßen von New York für Recht und Gesetz kämpfen, kassiert dafür aber erst einmal ordentlich Prügel. Doch in größter Not stehen ihm auf einmal zwei neue Superhelden zur Seite: Big Daddy und Hit-Girl, die der Gangsterbande um Mafioso Frank D'Amico den Krieg erklärt haben. Gemeinsam mit ihnen darf Kick-Ass beweisen, dass er seinen Namen zu Recht trägt - wenn er nicht vorher draufgeht.

Wieder so ein Film bei dem ich merke, wie sehr ich beruflich doch eingespannt bin. "Kick-Ass" ging im Kino völlig an mir vorbei, erst ein gutes Dreivierteljahr später hat es der Film zumindest in mein Heimkino geschafft. Eigentlich schade, bedenkt man, welchen Spaß ich beim Anschauen hatte. Geschickt verknüpft Regisseur Matthew Vaughn hier die klassischen Superheldengeschichten - wie bspw. Spider-Man oder Batman - mit Humor, dem ein oder anderen fiesen Seitenhieb auf Superhelden und vor allem brachialer Gewalt. Es gefällt, wie sehr Vaughn seine Superhelden für ihren Status kämpfen lässt. Blut, Schweiß und Tränen sind die Begleiter auf dem Weg zum echten Heldenstatus. Und so empfindet der Zuschauer mehr als einmal Mitleid, wenn Dave (Aaron Johnson) bei seinen Versuchen, den Schwachen beizustehen, selbst brutal Prügel (und Schlimmeres) einstecken muss. Niemand wird als Held geboren - aber jeder kann zum Helden werden. Diese Botschaft transportiert Vaughn konsequent durch die 117 Minuten Spielzeit.

In seinen düstersten Momenten hat Vaughans Superhelden-Alptraum etwas von einer Teenager-Version der "Watchmen". Nicolas Cages von Rachegelüsten besessener Big Daddy und Chloë Moretz' Hit-Girl treiben die für das Genre so prägenden Selbstjustiz-Phantasien voller Absicht auf die Spitze. (Welt Online)

Welt Online bezeichnete den Film treffend als Teenager-Version von Alan Moores "Watchmen". So ist die explizite und brachiale Gewaltdarstellung Vaughns Mittel der Wahl, wenn es darum geht, unseren Superhelden ein Gesicht zu geben. Für den Regisseur ist es durchaus legitim, dass sich ein Held durch eine Gangsterbande mordet. Wo Spider-Man noch Netze webt, fahren Kick-Ass und seine Gefährten schwere Geschütze auf. Und so bekämpft Vaughn Feuer mit Feuer. Da fliegen Körperteile durch die Luft, zerplatzen Köpfe oder werden Bösewichte aufgeschlitzt. Dass Vaughn hierbei der zum Zeitpunkt der Aufnahmen gerade mal elfjährigen Chloë Moretz eine Schlüsselrolle einräumt, ist nur ein weiterer Tabubruch. Hier morden keine gestandenen Kämpfer, hier wütet ein kleines Mädchen. Insbesondere in diesem Kontext ist es um so erstaunlicher, dass der Film trotzdem eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten hat.

Kick-Ass und Hit Girl

Kick-Ass und Hit Girl

Leider verpasst Vaughn - im Gegensatz zu "Watchmen" - den Absprung. Wo "Watchmen" in anklagender Selbstkritik versinkt, feiert Vaughn seine Protagonisten als echte Superhelden. Hier krankt die Geschichte um Kick-Ass und seine Gefährten und verkommt ein wenig zu "American Pie" meets "Superhelden". Der Held besiegt die Bösen, der Held bekommt das Mädchen. In meinen Augen ist das ein wenig zu flach, um die großartigen Bilder zuvor zu einem guten Ende zu führen. Nichtsdestotrotz liefert Matthew Vaughn hier einen großartigen Film mit tollen Darstellern, einer runden (wenn auch nicht allzu tiefgründigen) Story sowie beeindruckenden Actionszenen ab. "Kick-Ass" macht unglaublich Spaß. Und gerade darum geht es bei so einem Film doch!

Ich habe mir den Film in der Blu-ray Fassung angesehen. An der HD-Version gibt es nichts zu bemängeln. Wie es sich für einen aktuellen Film gehört, werden hier ein Top-Bild und -Ton abgeliefert. Zahlreiche strahlend helle Aufnahmen sowie die Kostüme der Darsteller lassen den Streifen mitunter etwas zu grell erscheinen - ich würde jedoch soweit gehen zu behaupten, dass dies ein gewünschtes Stilmittel ist. Dazu gibt es reichlich Extras - wer möchte, kann nach dem Film noch in Making-Of, Audiokommentar oder auch einer kleinen Featurette zur Comicvorlage versinken. Während die DVD (Affiliate-Link) bereits für 14,95 Euro zu haben ist, zahlt man für die Blu-ray Disc (Affiliate-Link) leider aktuell noch gute 19 Euro. Bleibt zu hoffen, dass der Preis in kommenden Weihnachtsaktionen rasch sinkt.

4Sep/100

[Kino] The Expendables (2010)

The Expendables - The boys are back in town!

The Expendables - The boys are back in town!

Ein Trupp bestens ausgebildeter und knallharter Söldner - The Expendables - erhält den Auftrag, den Diktator einer Bananenrepublik abzusetzen. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass alles doch komplizierter wird, als eigentlich geplant. Offenbar hat ihr Auftraggeber darauf verzichtet, ein paar Details weiterzugeben....

Stallone is back! Und er hat ein paar Freunde mitgebracht! Mit brachialer Gewalt lassen die Altstars (unterstützt von einigen jüngeren Kollegen) das Gewaltkino der 80er Jahre wieder auferstehen. Handgemachte, vor Testosteron triefende, brutale, dreckige Action. So etwas hat man im Kino schon lange nicht mehr gesehen! Sly und Konsorten zeigen, wofür die 80er Jahre standen. Gewalt ist immer die Antwort des Helden auf die ungelösten Fragen und Probleme des Lebens. Und so ist es selbstverständlich, dass man nicht nur ein Inselvolk mit brachialer Gewalt von seinem Despoten erlöst. Ebenso selbstverständlich ist es, den bösen neuen Freund der Exfreundin und dessen Kumpels ordentlich aufzumischen.

Es ist diese erfrischende simple Art, die den Film so unterhaltsam macht. Die (bösen) guten Jungs hauen ordentlich drauf, die (bösen) bösen Jungs bluten ordentlich. Und wenn man die guten Jungs dann endlich wieder daran erkennen kann, dass sie viel mehr Leute töten als die bösen Jungs - dann ist man endlich wieder im Actionkino angekommen, wie es schon immer sein sollte!

Natürlich ist die Story an sich flacher als ein Bierdeckel. Da die wohl längste - nicht von Explosionen unterbrochene - Rede aber gerade mal 30 Sekunden dauert, interessiert das nicht weiter. Hier will man man muskelbepackte Actionhelden sehen. Wer auf ausgefeilte Dialoge hofft, ist im falschen Film. Nichtsdestotrotz hält "The Expendables" auch ein paar äußert amüsante Dialoge parat. So ist der kurze Schlagabtausch zwischen Schwarzenegger und Stallone ebenso brilliant, wie die Beschwerden des zu kurz geratenen Jet Li.

Alles in allem ist "The Expendables" der wohl beste (Männer-)Film in diesem Jahr. Zugegebenermaßen ein wenig hirnfrei, dennoch äußerst unterhaltsam. Die 103 Filmminuten fliegen nur so am Zuschauer vorbei und bevor man sich richtig erholt hat, erscheint auch schon der Abspann. Wer noch nach einem sehr guten Film für den nächsten Männerabend sucht: Hier ist er! Ich für meinen Teil freue mich bereits heute auf die Heimkino-Verwertung. Stallone hat bereits angekündigt, dass es einen gut 15 Minuten längeren Director's Cut geben soll. Und ich vermute stark, dass es sich hierbei nicht um 15 Minuten Dialog handelt...

21Aug/100

[Kino] The A-Team – Der Film (2010)

The A-Team - Der Film Die Spezialeinheit von Colonel John "Hannibal" Smith steht im Irakkrieg loyal ihren Mann. Als die vier Männer ausgebootet werden, indem man ihnen den Diebstahl von Falschgeldplatten anlastet, wandern sie in den Knast. Dort verweilen sie nicht lang: Kraft ihrer außergewöhnlichen Fähigkeiten gelingt Hannibal und Co. der Ausbruch. Der Colonel, der attraktive Templeton "Faceman" Peck, der etwas durchgeknallte Technikspezialist "Howling Mad" Murdock und das lammfromme Muskelpaket Baracus tauchen unter und arbeiten fiebrig daran, den Schuldigen ausfindig zu machen, der sie in den Untergrund zwang.

Meine Freundin hat sich tapfer dagegen gesträubt, das A-Team im Kino zu sehen. Aber für so einen Fall hat man ja gute Freunde. So ging es letzte Woche erneut ins Kino, um sich die Abenteuer des neuen A-Teams anzusehen. Ich war schwer gespannt, was Regisseur Joe Carnahan aus dem Stoff der 80er Jahre Serie (die übrigens zu den erfolgreichsten US-Serien überhaupt zählt) machen würde.

Die erfreuliche Nachricht zuerst: Die Macher haben sich mit ihrer Interpretation des A-Teams soweit vom Original entfernt, dass auch Fans der ersten Stunde den Streifen bedenkenlos ansehen können. Bis auf die Namen der Charaktere ist da nicht viel geblieben. Zwischen Serie und Film liegen Welten. Und nicht nur, weil die Einheit nun für ein Verbrechen im Irak und nicht mehr in Vietnam (fälschlicherweise) angeklagt wird.

The A-Team - Der Film

The A-Team - Der Film

Der Film selbst erinnert an einem MTV-Clip auf Drogen. Die Szenen rasen aneinander vorbei, die Bilder springen hektisch hin und her. Die einzige Konstante sind die (CGI-)Explosionen, von denen es reichlich gibt. Ob Story, ob Darsteller - spielt alles keine Rolle. Und so verwundert es nicht, dass Geschichte und schauspielerische Leistung etwa auf dem Niveau einer mittelmäßigen TV-Episode liegen. Offenbar hoffte Regisseur Carnahan darauf, dass diese Dinge den Zuschauer nach dem dritten gewaltigen Feuerball nicht weiter interessieren. Erfrischende Lichtblicke in dem Actionspektakel sind Bradley Cooper als Templeton „Face“ Peck und Sharlto Copley als Captain „Howling Mad“ Murdock. Die Beiden schaffen es tatsächlich, ihren Charakteren eine Persönlichkeit zu verleihen, die den Zuschauern eine Bindung aufbauen lässt. Liam Neeson als John „Hannibal“ Smith ist dagegen eine echte Zumutung. Es gibt eben auch als "Hannibal" mehr zu tun als Zigarre zu rauchen und es zu lieben, "wenn ein Plan funktioniert". Quinton Jackson kann man als B.A. Baracus total vergessen. Mit der Mimik eines Steins stolpert er völlig hilflos über die Leinwand. Draufhauen kann er, das war's dann aber auch.

Insbesondere deutsche Kinogänger brauchen darüber hinaus starke Nerven. Das A-Team jagt die Bösewichte nämlich bis nach Frankfurt am Main. In Erdkunde waren die Filmmacher aber offenbar nicht besonders gut. Und so stehen der Kölner Dom und Hauptbahnhof ebenso in Frankfurt, wie die US-Botschaft aus Berlin. Dass die Autos in der Stadt fast ausnahmslos mit "FF" - also Frankfurt/Oder - unterwegs sind, verkommt da ebenso zur Kleinigkeit, wie der Umstand, dass der typische Deutsche eine Bratwurst in der Hand hält. Und das Frankfurt für seine norwegischen Fjorde und Seen bekannt ist, weiß ja wohl ein jedes Kind.

Alles in allem macht der Film dank unzähliger Explosionen und anderer wahnsinniger Stunts (einmal) als sinnfreier CGI-Actionstreifen Spaß - wenn man in der Lage ist, die vorgenannten Punkte hartnäckig auszublenden. Greift Euch reichlich Bier, noch mehr Popcorn, ein paar gute Freunde und lasst auf jeden Fall die Freundin daheim. Und bleibt in jedem Fall bis nach dem Abspann sitzen. Die beste Szene versteckt sich nämlich dort.

15Aug/100

[Kino] Kindsköpfe (2010)

Kindsköpfe Fünf alte Freunde und ehemalige Sportkameraden (Adam Sandler, Kevin James, Chris Rock, Rob Schneider und David Spade) treffen sich nach vielen Jahren wieder, um ihrem verstorbenen Basketball-Trainer aus Kindheitstagen die letzte Ehre zu erweisen. Zusammen mit ihren Ehefrauen (u.a. Salma Hayek) und Kindern verbringen sie das lange Feiertagswochenende rund um den 4. Juli in einem Haus am See, wo sie vor langer Zeit einmal ihre Meisterschaft gefeiert haben. Die Freunde versuchen, da anzuknüpfen, wo sie damals aufgehört haben, und stellen fest, dass Älterwerden nicht automatisch auch Erwachsenwerden bedeutet...

Nach Monaten haben wir es tatsächlich endlich mal wieder ins Kino geschafft. Bei der Wahl des Filmes setzte sich meine Freundin durch. Ich wollte ja eigentlich das "A-Team" sehen. Das hole ich mit etwas Glück aber nächste Woche nach. Rückblickend haben wir aber auch mit "Kindsköpfe" nichts falsch gemacht. Der Film ist im Grunde nichts weiter als die Aneinanderreihung lustiger Szenen und Momente, die situationsbedingt mal auf den einen, mal auf den anderen Hauptdarsteller zugeschnitten sind. Und so dürfen Sandler, James und Co. ein Feuerwerk an unterschiedlichsten Gags zünden. Familienfreundlich, wie der Film ist, bleibt dabei alles über der Gürtellinie. Fäkalhumor hat der Streifen dank seiner Besetzung auch wirklich nicht nötig. Dass die Story auf einen Bierdeckel passen würde und ungefähr so viel Tiefgang wie eine Öllache auf dem Wasser hat, fällt überraschenderweise so gar nicht ins Gewicht. Dafür unterhalten die Comedy-Stars die Zuschauer einfach zu gut. Im Grunde fühlte ich mich die ganze Zeit an eine erwachsene Version von "American Pie" erinnert. Und ganz ehrlich. Wer von uns saß noch nicht Abends mit ein paar guten Freunden bei einem Bier zusammen und lies die alten Zeiten Revue passieren?

Kindsköpfe - Filmszene

Kindsköpfe - Filmszene

"Kindsköpfe" verbreitet ausschließlich gute Laune (der traurigste Moment ist wohl die Erkenntnis, dass es die Zahnfee nicht gibt) und lässt die Zeit wie im Flug vergehen. Der ausgesprochen angenehme Soundtrack trägt dazu bei, dass sich der Zuschauer 102 Minuten lang wie auf einer Sommerparty fühlt. Wer den Film noch nicht gesehen hat, greift sich am Besten die Freundin, etwas Kühles zu trinken und einen Eimer Popcorn. Und dann nichts wie ab in den Kinosaal. Falsch machen kann beim dem Streifen wirklich nichts. Und ich werde beim nächsten Treffen mit meinen Freunden mal eine Runde "Pfeil-Roulette" vorschlagen...

6Aug/100

[DVD] Reise zum Mittelpunkt der Erde (2008, 2D)

Während einer wissenschaftlichen Expedition auf Island stürzen Professor Trevor Anderson, sein Neffe Sean und ihre Führerin Hannah unversehens in einen tiefen Schacht, der sie zum Mittelpunkt der Erde führt. Auf der Reise durch unbekannte Welten - zurück zur Oberfläche - begegnet das Trio menschenfressenden Pflanzen, gigantischen Flug-Piranhas, leuchtenden Vögeln und grausigen Dinosauriern.

Leider ist der gesamte Film ein einziger Reinfall. Angefangen bei der Story, die nur noch am Rande mit dem Originalroman (oder meinetwegen mit den ersten Filmen zum Thema) zu tun hat, über die eigentliche Umsetzung. Der Film startet unglaublich langsam und benötigt ungefähr die Hälfte der Spielzeit, nur um die jeweiligen Charaktere einzuführen und in Richtung Island zu bringen. Danach überschlagen sich die Ereignisse und der Zuschauer wird gemeinsam mit den Darstellern förmlich durch das Abenteuer geprügelt. Dass dabei die gesamte Handlung fürchterlich vorhersehbar bleibt, trägt nicht unbedingt dazu bei, den Film unterhaltsamer zu machen.

Die schauspielerische Leistung ist eine einzige Katastrophe, selbst Brendan Fraser, den ich eigentlich gerne sehe, macht eine schlechte Figur. Da springt kein Funke über, da ist nichts, was die Darsteller soweit sympathisch machen würde, dass man zumindest gespannt ist, was mit ihnen als nächstes passiert.

Reise zum Mittelpunkt der Erde

Reise zum Mittelpunkt der Erde

Die eigentliche Katastrophe des Films offenbart sich jedoch in der Technik. "Reise zum Mittelpunkt der Erde" war einer der ersten Filme, der in Folge des 3D-Hypes produziert wurde. Zwanghaft war man also bemüht, alle möglichen Einstellungen und Ereignisse so zu drehen, dass man sie in 3D zeigen konnte. (Glaubt man den verschiedenen Kritiken, so hat 3D den Streifen keineswegs gerettet.) Wer sich nun jedoch die ebenfalls erschienene 2D-Fassung des Films ansieht, merkt in nahezu allen Szenen, was ursprünglich für 3D vorgesehen war. Und wenn da nun jeder Stein, Vogel, Fisch, Pflanze, etc. so durch's Bild wandert, dass er sich hervorheben könnte, wird das ganze lächerlich. Nach wenigen Minuten erkennt man: Hier ging es nicht um die Abenteuergeschichte von Jules Verne. Hier ging es schlicht und ergreifend darum, unter dem Deckmantel, eine berühmte Geschichte zu verfilmen, mit 3D ein paar Euro (bzw. Dollar) abzugreifen. Ähnliches geschah kürzlich erst mit "Kampf der Titanen", den man auch zugunsten von 3D gnadenlos verunstaltet hat. Wenn das die Filmzukunft ist, die Hollywood für uns vorsieht, dann gute Nacht!

Um die "Reise zum Mittelpunkt der Erde" solltet Ihr jedenfalls einen weiten Bogen machen. Lest lieber den Originalroman (Amazon, Affiliate-Link) oder schaut Euch den alten Klassiker von 1959 auf DVD (Amazon, Affiliate-Link) an - sofern Ihr den überhaupt noch bekommt.

9Jul/106

[Blu-ray] Predator

Tief im Dschungel Mittelamerikas stößt ein kleiner Trupp Elite-Soldaten auf grausam verstümmelte Leichen. Mit diesem Fund beginnt für die Gruppe ein blutiger Alptraum. Ein unsichtbarer Gegner lauert im grünen Dickicht und macht Jagd auf seine menschliche Beute...

Predator - Wenn es blutet, können wir es töten!
Predator - Wenn es blutet, können wir es töten!

Im Jahr 1987 erschien das Action-/Horror-/SciFi-Spektakel mit Arnold Schwarzenegger in der Hauptrolle. Nur ein Jahr später wurde der Film von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert. Zwar gab es für deutsche Filmfans nach wie vor die Möglichkeit, den Film auch ungeschnitten in die Finger zu bekommen, im Fernsehen gab es aber allenfalls die - zum Teil extrem - geschnittenen Fassungen zu sehen. Mehr als 20 Jahre später wurde der Film nun endlich vom Index gestrichen. Nach erneuter Prüfung durch die FSK ist die ursprünglich indizierte Fassung nun freigegeben ab 16 Jahren. Anlässlich dieser Freigabe (und dem Kinostart von Robert Rodriguez Neuauflage "Predators") hat Fox den Film als "Ultimate Hunter Edition" auf Blu-ray Disc veröffentlicht. Ich habe mir die blaue Scheibe einmal genauer angesehen.

Zum Film selbst muss man wohl nicht mehr allzu viel sagen. Ob man den Streifen nun als stumpfes Action- und Horror-Kino ansieht oder eben doch die Aufarbeitung des amerikanischen Vietnam-Traumas hineininterpretieren möchte, bleibt jedem selbst überlassen. Darüber, dass es sich bei "Predator" um eine Perle der 80er Jahre Actionfilme handelt, sind sich Filmfans weitgehend einig.

Die Qualität der frisch veröffentlichen Blu-ray Disc ist nicht unumstritten. In erster Linie beklagt wird die lieblose Modernisierung des Bildes. So hat Fox unter Einsatz zahlreicher Filter und Weichzeichner jegliches Filmkorn entfernt und das Bild deutlich aufgehellt, was vor allem zu Lasten der Kontrastschärfe ging. Der Film erhält hierdurch seinen HD-Look. Gleichzeitig hat die Bildbearbeitung aber auch einige Nachteile zur Folge. Besonders beklagt wird der "Wachs-Effekt" bei den Darstellern. So sehen diese unheimlich frisch, wie in Wachs gegossen, aus. Das will einfach nicht so recht zu den altbackenen Effekten und billigen Special Effects passen. Wer sich jedoch auf den neuen Look einlässt, dem fällt er bereits nach kurzer Zeit nicht mehr sonderlich gravierend ins Auge. Ein wenig Schade finde ich, dass es nicht gelungen ist, die Bildqualität konstant auf einem Niveau zu halten. Gerade die vom grün dominierten Dschungelszenen zeigen, dass sich auch aus einem mehr als 20 Jahre alten Film noch ordentlich etwas herausholen lässt, wenn es um High Definition geht. Kurze - mitunter an TV-Qualität erinnernde - Momente trüben hier aber immer wieder das Filmvergnügen.

Ein wirkliches Problem ist die deutsche Tonspur. Was da aus den Boxen tröpfelt, ist schlicht und ergreifend eine Beleidigung der gesamten Heimkino-Fraktion. Der Ton klingt stumpf, schlecht abgemixt und gerade in den actionreichen Szenen viel zu leise - so leise, dass man mitunter Angriffe des Predators verpasst, wenn man gerade mal nicht hinsieht. Ich habe nach kurzer Zeit auf die englische Tonspur gewechselt. Hier hat man offenbar ganze Arbeit geleistet, der Dschungelkrieg kommt hier mit Druck aus den Boxen und der Subwoofer hat ordentlich zu tun. Einziges Manko: Immer wieder klingt der Ton leicht blechern. Dies ist aber vielleicht auch dem Alter des Films geschuldet. (Entschädigt wird man durch Arnold Schwarzeneggers unvergleichliche Aussprache, die für sich alleine schon ein echtes Highlight ist.)

Alles in allem lässt sich zusammenfassen: "Predator" hat einen neuen Look erhalten und sieht auf Blu-ray Disc wesentlich frischer aus. Ob dieser neue Look persönlich zusagt, muss ein jeder für sich selbst entscheiden. Wer sich das Flair der 80er Jahre erhalten will, ist gut beraten, bei einer der zahlreichen DVD-Versionen des Films zu bleiben. Ich habe bspw. noch die "Century 3 Cinedition" im Hause. Wer darüber hinaus mit einer englischen Tonspur nichts anfangen kann, sollte ebenfalls die Finger von der Neuveröffentlichung lassen - wobei nur rudimentäre Englischkenntnisse erforderlich sind, um der Handlung zu folgen (oder um Hauptdarsteller zu sein). Wer diese Punkte für sich ausschließen kann, der erhält die Möglichkeit, ein altes Filmhighlight in neuem Glanz zu erleben. So schlimm, wie sich die zahlreichen Kritiken bspw. bei Amazon lesen, ist der Film auf Blu-ray Disc nun wahrlich nicht.

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