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21Aug/100

[Kino] The A-Team – Der Film (2010)

The A-Team - Der Film Die Spezialeinheit von Colonel John "Hannibal" Smith steht im Irakkrieg loyal ihren Mann. Als die vier Männer ausgebootet werden, indem man ihnen den Diebstahl von Falschgeldplatten anlastet, wandern sie in den Knast. Dort verweilen sie nicht lang: Kraft ihrer außergewöhnlichen Fähigkeiten gelingt Hannibal und Co. der Ausbruch. Der Colonel, der attraktive Templeton "Faceman" Peck, der etwas durchgeknallte Technikspezialist "Howling Mad" Murdock und das lammfromme Muskelpaket Baracus tauchen unter und arbeiten fiebrig daran, den Schuldigen ausfindig zu machen, der sie in den Untergrund zwang.

Meine Freundin hat sich tapfer dagegen gesträubt, das A-Team im Kino zu sehen. Aber für so einen Fall hat man ja gute Freunde. So ging es letzte Woche erneut ins Kino, um sich die Abenteuer des neuen A-Teams anzusehen. Ich war schwer gespannt, was Regisseur Joe Carnahan aus dem Stoff der 80er Jahre Serie (die übrigens zu den erfolgreichsten US-Serien überhaupt zählt) machen würde.

Die erfreuliche Nachricht zuerst: Die Macher haben sich mit ihrer Interpretation des A-Teams soweit vom Original entfernt, dass auch Fans der ersten Stunde den Streifen bedenkenlos ansehen können. Bis auf die Namen der Charaktere ist da nicht viel geblieben. Zwischen Serie und Film liegen Welten. Und nicht nur, weil die Einheit nun für ein Verbrechen im Irak und nicht mehr in Vietnam (fälschlicherweise) angeklagt wird.

The A-Team - Der Film

The A-Team - Der Film

Der Film selbst erinnert an einem MTV-Clip auf Drogen. Die Szenen rasen aneinander vorbei, die Bilder springen hektisch hin und her. Die einzige Konstante sind die (CGI-)Explosionen, von denen es reichlich gibt. Ob Story, ob Darsteller - spielt alles keine Rolle. Und so verwundert es nicht, dass Geschichte und schauspielerische Leistung etwa auf dem Niveau einer mittelmäßigen TV-Episode liegen. Offenbar hoffte Regisseur Carnahan darauf, dass diese Dinge den Zuschauer nach dem dritten gewaltigen Feuerball nicht weiter interessieren. Erfrischende Lichtblicke in dem Actionspektakel sind Bradley Cooper als Templeton „Face“ Peck und Sharlto Copley als Captain „Howling Mad“ Murdock. Die Beiden schaffen es tatsächlich, ihren Charakteren eine Persönlichkeit zu verleihen, die den Zuschauern eine Bindung aufbauen lässt. Liam Neeson als John „Hannibal“ Smith ist dagegen eine echte Zumutung. Es gibt eben auch als "Hannibal" mehr zu tun als Zigarre zu rauchen und es zu lieben, "wenn ein Plan funktioniert". Quinton Jackson kann man als B.A. Baracus total vergessen. Mit der Mimik eines Steins stolpert er völlig hilflos über die Leinwand. Draufhauen kann er, das war's dann aber auch.

Insbesondere deutsche Kinogänger brauchen darüber hinaus starke Nerven. Das A-Team jagt die Bösewichte nämlich bis nach Frankfurt am Main. In Erdkunde waren die Filmmacher aber offenbar nicht besonders gut. Und so stehen der Kölner Dom und Hauptbahnhof ebenso in Frankfurt, wie die US-Botschaft aus Berlin. Dass die Autos in der Stadt fast ausnahmslos mit "FF" - also Frankfurt/Oder - unterwegs sind, verkommt da ebenso zur Kleinigkeit, wie der Umstand, dass der typische Deutsche eine Bratwurst in der Hand hält. Und das Frankfurt für seine norwegischen Fjorde und Seen bekannt ist, weiß ja wohl ein jedes Kind.

Alles in allem macht der Film dank unzähliger Explosionen und anderer wahnsinniger Stunts (einmal) als sinnfreier CGI-Actionstreifen Spaß - wenn man in der Lage ist, die vorgenannten Punkte hartnäckig auszublenden. Greift Euch reichlich Bier, noch mehr Popcorn, ein paar gute Freunde und lasst auf jeden Fall die Freundin daheim. Und bleibt in jedem Fall bis nach dem Abspann sitzen. Die beste Szene versteckt sich nämlich dort.